Der Bahnhof Pontresina bildet das zentrale Tor zur Berninawelt und zur Berninabahnlinie. Mit der umfassenden Instandstellung und dem gezielten Ausbau wurde dieser bedeutende Knotenpunkt im Netz der Rhätischen Bahn nachhaltig gestärkt und für zukünftige betriebliche Anforderungen vorbereitet. Als Teil der UNESCO‐geschützten Berninalinie unterliegt das gesamte Bahnhofareal strengen denkmalpflegerischen Vorgaben. Sämtliche baulichen Eingriffe erfolgen daher in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege und mit höchster Sensibilität gegenüber der historischen Bausubstanz.
Der Bahnhof entwickelte sich seit der Gründerzeit kontinuierlich weiter und weist heute eine vielschichtige bauliche Struktur auf. Neubauten müssen sich in dieses gewachsene Ensemble einfügen, ohne dessen charakteristische Erscheinung zu beeinträchtigen. Die Materialwahl, die Proportionen und die Dachformen orientieren sich an den bestehenden Gebäuden, die für die Architektur der Berninalinie typisch sind: robuste Steinbauten, klare Volumen und eine zurückhaltende, funktionale Gestaltung.
Sanierungen erfolgen mit grösster Sorgfalt. Historische Elemente werden erhalten, restauriert oder – wo notwendig – behutsam ergänzt. Ziel ist stets, die Authentizität des Ortes zu bewahren und gleichzeitig die Nutzbarkeit für den modernen Bahnbetrieb sicherzustellen.
Neubau der Schaltanlage (Dienstgebäude)
Im Zuge der betrieblichen Modernisierung wurde ein neues Dienstgebäude erforderlich, um die veraltete Stellwerkstechnik zu ersetzen. Der Neubau der Schaltanlage wurde als kompakter Steinbau realisiert, der sich in Materialität und Ausdruck an den typischen Bauformen der Berninalinie orientiert. Die Fassaden aus Naturstein, die präzise gesetzten Öffnungen und die klare Dachgeometrie verleihen dem Gebäude eine ruhige, robuste Präsenz, die sich selbstverständlich in das historische Ensemble einfügt.
Gleisanpassungen und Erneuerung der Rampenanlage
Durch den Ausbau der Gleisanlagen rückten die Geleise näher an den Güterschuppen heran. Dies machte eine vollständige Erneuerung der Rampenanlage erforderlich. Die neuen Natursteinmauern wurden in Farbe, Struktur und handwerklicher Ausführung sorgfältig an die bestehenden historischen Bauteile angepasst. Die hölzerne Dachkonstruktion der Rampe – ein charakteristisches Element des Güterumschlags – wurde in verkürzter Form rekonstruiert und statisch ertüchtigt, sodass sie weiterhin als identitätsstiftendes Detail erhalten bleibt.
Sanierung des historischen Perrondachs
Ein besonderes Augenmerk galt dem filigranen Perrondach aus der Gründerzeit, einer leichten Stahlkonstruktion mit hoher gestalterischer Qualität. Im Rahmen der Instandstellungsarbeiten wurde es vollständig restauriert: Korrosionsschäden wurden behoben, die Tragstruktur ertüchtigt und die ursprüngliche Farbgebung rekonstruiert. Das Dach bildet heute wieder einen eleganten, luftigen Abschluss des Bahnsteigs und vermittelt zwischen technischer Funktionalität und historischer Anmutung.
Erneuerung des historischen WC-Häuschens
Auch das kleine, aber bedeutende WC-Gebäude wurde umfassend saniert. Die späteren Überformungen und Schichten wurden sorgfältig zurückgebaut, um die ursprüngliche Struktur wieder sichtbar zu machen. Im Inneren wurde die Infrastruktur zeitgemäss erneuert und die räumliche Organisation optimiert, ohne den historischen Charakter des Gebäudes zu beeinträchtigen.

