Der Bahnhof Lavin wurde modernisiert und ausgebaut um den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) zu entsprechen und um die zukünftigen betrieblichen Anforderungen zu erfüllen.
Der Ausbau des Bahnhofs Lavin hat eine vollständig neue Gleisanlage zur Folge. Für den schienenfreien Zugang zum Perron auf Gleis 2 wurde eine Personenunterführung von rund 26 m Länge sowie ein überdachter Treppen- und Rampenaufgang auf der Seite des Aussenperrons
realisiert. Die Länge der beiden Aussenperrons beträgt neu 200 m. Beim Gleis 2 ist der Perron im Bereich der Aufgänge auf einer Länge von 90 m überdacht. Die neuen Perrons sind breit und erfüllen die heutigen Sicherheitsanforderungen. Eine Überquerung der Gleisanlage ist nicht mehr erforderlich. Die Perronkanten werden über die gesamte Länge behindertengerecht ausgeführt. Dadurch ist ein autonomer Einstieg in einen Bahnwagen mit Niederflurabteil möglich. Im Bereich des Rampenaufgangs beim Gleis 2 ist bietet eine neue Wartekabine, welche sich dem vorherrschenden Stil der sich bereits befindlichen Wartekabine unterordnet, Fahrgästen für die Wartezeit Schutz. Im bestehenden, originalen Aufnahmegebäude stehen den Bahnkunden wie bis anhin der beheizte Warteraum und die WC-Anlage zur Verfügung.
Anhand der bereits vorherrschenden Architekturtypen für die Perronhochbauten im Engadin, wurde diese Formensprache aufgegriffen und als Untertyp der Hauptbahnhöfe im Engadin weiterentwickelt. Die Massivbauweise mit weissem Sichtbeton orientiert sich an der muralen, historischen Bauweise der Engadinerhäuser. Diese skulpturale, massive Bauweise wird in der architektonischen Ausformulierung der Perronstützen und des Perrondachs aufgegriffen. Um die Durchlässigkeit der Sichtverhältnisse der sich in Kurvenlage befindlichen Perronanlage zu erreichen, unterstützen die konischen Perronpfeiler diesen Effekt. Die gesamte Anlage wirkt von jeder Sichtseite leicht, luftig und offen.

